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Erhöhung der Gewerbesteuer: OB Knecht wendet sich an Ludwigsburger Unternehmen

Oberbürgermeister Matthias Knecht erklärt in einem Brief an die Unternehmen, warum er die Steuererhöhungen für nötig hält.
Oberbürgermeister Matthias Knecht erklärt in einem Brief an die Unternehmen, warum er die Steuererhöhungen für nötig hält. Foto: Holm Wolschendorf (Archiv)
Nach der Berichterstattung dieser Zeitung zu den von der Ludwigsburger Stadtverwaltung geplanten Steuererhöhungen, schreibt der OB jetzt an die Unternehmen.

Ludwigsburg. Sie haben in Ludwigsburg für Aufregung gesorgt: die Pläne der Stadtverwaltung, die Grund- und Gewerbesteuer rückwirkend ab 1. Januar 2026 zu erhöhen. Nachdem unsere Zeitung darüber berichtet hatte, meldete sich zunächst die IHK-Bezirkskammer Ludwigsburg zu Wort. Sie kritisierte, diese Forderung der Stadt komme zur Unzeit.

Noch am gleichen Tag wendete sich Oberbürgermeister Matthias Knecht in einem offenen Brief, der unserer Redaktion vorliegt, an die Ludwigsburger Unternehmen. „Der vorliegende Vorschlag entspricht nicht dem, was ich mir als Oberbürgermeister wünsche“, schreibt Knecht darin. „Im Gegenteil – eine Steuererhöhung in der aktuellen wirtschaftlichen Lage ist aus meiner Sicht ein Schritt, den es zu vermeiden gilt.“ Ihm sei aus Gesprächen mit Unternehmern bekannt, wie stark diese derzeit belastet sind und welche zentrale Rolle sie für die Stadt spielen.

OB sieht keine andere Möglichkeit

Doch die finanzielle Situation der Stadt zwinge die Verwaltung zu Entscheidungen, „die wir so nicht treffen würden, wenn wir eine realistische Alternative hätten.“ Die Unterfinanzierung der Kommunen habe ein Ausmaß erreicht, das sich Jahr für Jahr weiter verschärfe.

Deshalb sieht sich der OB gezwungen, den vorliegenden Vorschlag einzubringen. Denn, so Knecht in dem Brief, man habe bereits weitreichende Maßnahmen ergriffen. Als Beispiel nennt er Stellenabbau und Umstrukturierungen innerhalb der Verwaltung. „Weitere Einschnitte würden unmittelbar zentrale Bereiche unseres Gemeinwesens treffen – von Bildung und Betreuung über soziale Angebote bis hin zu Kultur und Sport“, schreibt der Oberbürgermeister.

Appell an Bund und Land

In seinem Vorschlag gehe es nicht um zusätzliche Gestaltungsspielräume, sondern um die Sicherstellung grundlegender kommunaler Handlungsfähigkeit. In seinem Brief appelliert Knecht auch nochmals an Bund und Land: Die Situation sei ohne eine grundlegende Verbesserung der kommunalen Finanzausstattung nicht nachhaltig lösbar.

Der Verwaltungsausschuss soll nächste Woche über den Vorschlag der Stadtverwaltung diskutieren. Sie schlägt vor, rückwirkend zum 1. Januar 2026 sowohl die Grundsteuer B als auch die Gewerbesteuer zu erhöhen. Insgesamt rechnet die Stadt dadurch mit Mehreinnahmen von mehr als sechs Millionen Euro.