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Neue Folge des LKZ-Podcast NewsCouch
Erstwähler Mark Zemlijany: Warum Wirtschaft, Wohnen und Schule junge Menschen bei der Landtagswahl bewegen

Mark Zemlijany (Mitte) im Gespräch mit Ulrike Trampus und Stephan Wolf.
Mark Zemlijany (Mitte) im Gespräch mit Ulrike Trampus und Stephan Wolf. Foto: Kevin Bitz
Erstwähler Mark Zemlijany spricht im LKZ-Podcast über Sorgen junger Menschen, politische Beteiligung und Erwartungen an die Landtagswahl.

Ludwigsburg. Vier Wochen vor der Landtagswahl am 8. März stand die „Newscouch“ der Ludwigsburger Kreiszeitung ganz im Zeichen der Jugend. Den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Podcast-Folgen rund um die Landtagswahl machte Mark Zemlijany, 18 Jahre alt, Mitglied des Jugendgemeinderats in Ludwigsburg und erstmals wahlberechtigt. Im Gespräch mit Ulrike Trampus und Stephan Wolf aus der LKZ-Chefredaktion schilderte er offen, wie junge Menschen auf Politik blicken – kritisch, engagiert und mit klaren Erwartungen.

Jugend wird oft nur symbolisch beteiligt“

Zemlijany bestätigt die Einschätzung vieler Jugendstudien: Viele junge Menschen trauen der Politik wenig Lösungskompetenz zu. Zwar würden Jugendliche im Wahlkampf gerne präsentiert – etwa in sozialen Medien –, echte Entscheidungsmacht bleibe ihnen aber häufig verwehrt. „Es wird oft so getan, als könnten junge Menschen viel bewegen, doch die Realität sieht anders aus“, sagt der 18-Jährige.

Wirtschaft und Wohnen als zentrale Sorgen

Entgegen gängiger Klischees beschäftigt sich Zemlijany zufolge ein großer Teil der Jugend intensiv mit wirtschaftlichen Fragen. Unsicherheit über die Zukunft der Automobilindustrie, der Wandel durch Künstliche Intelligenz und die angespannte Wohnungssituation im Raum Stuttgart seien prägend. „Früher war der Weg klar – heute stellen sich viel mehr Fragen“, so Zemlijany, der nach dem Abitur nun ein Studium beginnen möchte.

Mehr Jugendbeteiligung – auch auf dem Land

Ein weiteres Herzensthema ist die Jugendbeteiligung, insbesondere außerhalb der Städte. Während es in Ludwigsburg einen Jugendgemeinderat gibt, fehle diese Struktur in vielen Umlandgemeinden. Gemeinsam mit dem Verein „Jugend groß Zukunft“ arbeitet Zemlijany daran, ein Netzwerk im ländlichen Raum aufzubauen, etwa durch Jugendforen auf Kreisebene.

Schule im Wandel: Handy, Mental Health, Lehrermangel

Besonders deutlich wird der Erstwähler beim Thema Bildung. Schule müsse sich verändern, sagt Zemlijany. Probleme sieht er unter anderem in der übermäßigen Handynutzung, die soziale Kompetenzen beeinträchtige, sowie beim Thema Mobbing über soziale Medien. Auch der Lehrermangel sei dringend anzugehen – etwa durch die Anerkennung ausländischer Abschlüsse.

Wählen gehen – trotz Zweifel

Obwohl er selbst noch unentschlossen ist, wen er wählen wird, ist für Zemliyany klar: Nicht wählen ist keine Option. „Wenn man seine Stimme nicht abgibt, profitiert am Ende jemand, dessen Meinung man nicht teilt“, sagt er. Die Demokratie müsse verteidigt werden – auch gegen politische Extreme, die er unter Jugendlichen durchaus wahrnimmt.

Jugendgemeinderat als Stimme der jungen Generation

Im Jugendgemeinderat sieht Zemlijany konkrete Möglichkeiten, etwas zu bewirken. Zwar gebe es kein Stimmrecht, aber ein Antragsrecht im Gemeinderat. Themen wie Fahrradwege oder die Stadtbahn konnten so direkt eingebracht werden. „Wir sind Mini-Botschafter der Jugendlichen“, sagt er.

Information lieber analog als digital

Seine politischen Informationen bezieht der 18-Jährige vor allem aus Zeitungen, Gesprächen und Podcasts. Social Media nutzt er bewusst eingeschränkt. Algorithmen und Desinformation sieht er kritisch – und plädiert für mehr Aufmerksamkeit und persönliches Zuhören.

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